Warum wir immer wieder über zeitliche Aufwände in Story Points diskutieren

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Warum wird immer wieder die Diskussion über zeitliche Aufwände in Story Points geführt?
Ich erkläre mir das so:
• Etwas zu tun, was viel Zeit kostet, aber wenig bringt, ist unbefriedigend und kann auch ein bisschen peinlich sein. Wenn ein höherer Story Point Wert vergeben wird, kann wenigstens der Schein gewahrt werden, dass vom Team etwas von großem Wert geschaffen wurde oder eine große Schwierigkeit überwunden wurde. Aber, Hand aufs Herz, das ist nicht immer der Fall.
• Software-Entwicklung wird (noch) zu oft vom Management mit maschinenartiger Fertigung eines Produktes verwechselt. Es werden Aussagen zu zeitlichen Aufwänden für eine Software-Version, z.B. in „Personentagen“ (PT), eingefordert, die dann, dividiert durch die im Zeitraum verfügbaren Ressourcen, den Fertigstellungstermin ergeben. Oftmals noch kombiniert mit der Vorstellung, dass ein Mehr an eingesetzten Ressourcen den Fertigstellungtermin näher rücken lässt (siehe Fußnote 1). Diese Denkweise durchwirkt ganze Organisationen und führt dazu, dass Product Owner sich nicht in der Lage sehen, eine Release-Planung mit Story Points zu machen oder Teams den Eindruck haben, bei einer Story-Point Schätzung ohne zeitlichen Aufwand würde etwas verloren gehen oder nicht bedacht werden.

—Fußnote—
¹ Fred Brooks schrieb schon vor über 40 Jahren in seinem Buch „The Mythical Man Month“ von diesem Irrglauben. Software-Entwicklung ist keine Erntearbeit auf einem Kartoffelacker!

cmm

Scrum Master, Agile Coach, QA-Experte, Autor

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Christian M. Mann