Startup Curve – die Grafik, die du kennen solltest

… und 8 Tipps von einem, der vieles falsch gemacht hat.

Die Startup Curve

Startup Curve

Die Startup Curve (von Paul Graham, Y-Combinator) zeigt die Entwicklung deiner Zufriedenheit, wenn du ein Unternehmen gründest (1).
Nach der anfänglichen Euphorie (2) tritt Ernüchterung ein (3) und du fällst in das „Tal der Tränen“. Die Realität zeigt, dass deine ursprünglich erdachte Lösung nicht funktioniert (4). User und Kunden bleiben aus. Du fängst an zu experimentieren und versuchst, etwas zu finden, das „funktioniert“ (4-6). Der Durchbruch lässt aber auf sich warten. Deine Moral sinkt auf den Tiefpunkt. Andere zweifeln. Du selbst zweifelst. Doch als Gründer machst du weiter und ersinnst eine Lösung, die Erfolg verspricht. Erste positive Nachrichten treten ein. Die Hoffnung ist zurück (7). Du feilst weiter an der Lösung und steckst Rückschläge weg (8). Eines Tages hast du den sog. Product/Market-Fit erreicht, wo deine Lösung auf eine Nachfrage trifft. Die Resonanz des Marktes ist überproportional gut und hält an (9). Hoffnung wandelt sich in Begeisterung. Das Tal der Tränen ist durchschritten. Du kannst durchstarten.

Zusammenfassend wird dir Kenntnis über die Startup Curve helfen, dich moralisch auf Rückschläge vorzubereiten.

 

Ein paar Tipps von mir als ehemaligen Gründer von ChromaGuard*.
  1. Geh raus.
    Sprich mit den Leuten, die deine Kunden sein könnten. Lerne deren Probleme kennen.
  2. Experimentiere viel.
    Sei kreativ. Verändere ein Detail und hol dir schnelles Feedback. Beachte den „Probe-Sense-Respond“- oder den „Build-Measure-Learn“-Zyklus. Wenn du nicht mehr weiterkommst, mach was Verrücktes.
  3. Sei sparsam, fast geizig.
    Wenn dir das Geld ausgeht, verringert sich die Zeitspanne, in der du experimentieren kannst.
  4. Sei flexibel in deinem Lösungsansatz.
    Auch wenn du schon viel Zeit und Herzblut reingesteckt hast, manchmal muss du loslassen können und zurück auf Anfang gehen.
  5. Mach das meiste selbst.
    Du brauchst kein professionelles Logo, designte Visitenkarten, PR, Marketing Material, Website, Büro, Ausstattung, Firmenwagen. Wenn deine Lösung funktioniert, findest du Investoren und kannst dann deren Geld ausgeben, wie gestandene Unternehmen es tun.
  6. Gründe alleine.
    Mit einem Gründer-Team bist du nie so flexibel, wie du am Anfang sein musst.
  7. Verschwende keine Zeit für den Businessplan.
    Wichtiger ist es jetzt, eine Lösung zu erdenken, die eine Nachfrage befriedigt. Der Plan kannst du später noch schreiben.
  8. Verwende ein Business Canvas und ein Validation Board.
    Sie helfen dir fokussiert zu arbeiten und wenig Zeit zu verschwenden.

 

*ChromaGuard:

  • Idee „Realistische Farbdarstellung am Monitor“
  • Gründung 2000 in Köln, 1 Mitarbeiter
  • Hauptpreis Stufe 1, Förderpreis Stufe 2 beim NUK BP-Wettbewerb, Köln
  • Einstellung der Aktivitäten 2001

 

Zum Thema

Weitere Tipps die ich auf The Muse gefunden habe.

cmm

Scrum Master, Autor, QA-Experte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Left Menu Icon
Christian M. Mann